Konfliktlösung in Unternehmen – ein Leitfaden

Konflikte können überall entstehen, wo Menschen aufeinandertreffen, wo es um unterschiedliche Ansichten, Meinungen, Werte und Prinzipien geht, wo Gefühle und Emotionen wirken. Also auch und vor allem am Arbeitsplatz. Nicht selten werden aber genau dort Konflikte verschwiegen oder ignoriert – und brodeln unbeachtet weiter und weiter...

Es können vermeintliche Kleinigkeiten sein, aus denen sich handfeste Konflikte entwickeln. Es gibt Interessenskonflikte, Rollenkonflikte, Beziehungskonflikte und Machtkonflikte. Konfliktursachen gibt es viele. Sie können durch mangelhafte Kommunikation entstehen, durch Informationsdefizite, wenn Aufgaben, Zuständigkeiten und Verantwortung nicht klar geregelt sind und hin und her geschoben werden, wenn um knappe Ressourcen, zum Beispiel Budgets, gekämpft werden muss.

Manche Konflikte sind leichter durchschaubar, andere scheinen verstrickter, verworren. Konflikte belasten Betroffene schwer und können sogar körperliche Beschwerden auslösen. Unter Umständen beeinflussen sie die ganze Abteilung. Nicht selten überschreiten Konflikte einzelne Bereiche und breiten sich aufs komplette Unternehmen aus. Studien zeigen, dass Konflikte bis zu einem Drittel der Leistungskraft von Mitarbeitern in Anspruch nehmen. Was für ein Energieverlust!

Im schlimmsten Fall entscheidet ein Konflikt über Bestehen oder nicht Bestehen am Markt und kann ganze Firmen in den Abgrund reißen.
Darum zahlt es sich unbedingt aus, Konflikte ernst zu nehmen.

Wer lernt, emotional angemessen mit Konflikten umzugehen, dem fällt es leichter, sich auf Lösungsprozesse einzulassen. Ein Konflikt birgt nämlich immer auch enorme Chancen in sich, man schafft neue Ordnung und Klarheit, man verändert wichtige Hebel. Ein Konflikt zeigt Unterschiede auf – aber auch Gemeinsamkeiten. Um einen Konflikt zu lösen, müssen alle an einem Strang ziehen.

Ein Konfliktlösungs-Leitfaden in 9 Schritten kann so ausschauen:

  1. Sich der Tatsache stellen und akzeptieren, dass es um einen Konflikt geht und nicht bloß um eine Panne.
  2. Vermutungen und Tatsachen herausfinden und voneinander trennen.
  3. Sollbruchstellen erkennen.
  4. Herausfinden, wer alles an dem Konflikt beteiligt ist.
  5. Durch professionelle Einzelgespräche den Druck herausnehmen.
  6. Einbildungen beseitigen.
  7. Sich die Frage stellen, ob die Konfliktlösungsbereitschaft der Beteiligten ausreicht oder ob in der Organisation, am System, im Ablauf etwas geändert werden muss?
  8. Bereit sein für Konsequenzen, zugunsten des großen Ganzen.
  9. Sich einen Coach, eine neutrale und fähige Person, holen, bevor die Situation eskaliert.

Für die erfolgsversprechende Zukunft des Unternehmens gilt es langfristig:

  • ein offenes und ehrliches Miteinander zu installieren
  • Fairness und Einordnungskompetenz zu schaffen und
  • den Workflow zu sichern.